Katalonien: Supermacht im Mittelalter

Katalonien: eine mittelalterliche Mittelmeergroßmacht
Katalanische Besitzungen im Mittelalter

An der Ostseite der Kathedrale liegt der Palau del Lloctinent (Palast des königlichen Statthalters). Steigt man ein paar Treppenstufen hoch, blickt man auf die Tür des heiligen Georg und auf die katalanische Herrlichkeit des Mittelalters. Die schraffierten Flächen zeigen allerdings keinen Nationalstaat mit festen Grenzen. Durch Hochzeitspolitik, Eroberungen, Kauf von Gebieten und päpstliche Lehen erlangten die Grafen von Barcelona Einfluss im gesamten Mittelmeerraum. Aragon, Valencia, die Provence, die Balearischen Inseln, Korsika, Sardinien, Sizilien, das Königreich Neapel und für ein paar Jahrzehnte sogar Athen. Es war ein zum Teil sehr flüchtiges Reich, und zu keinem Zeitpunkt in dieser Blütezeit hatte die katalanisch-aragonesische Union eine solche Ausdehnung. Eroberte Gebiete gingen wieder verloren, Herrschaftslinien erloschen, auch andere Mächte machten Ansprüche geltend. Aber mit katalanischen Kriegs- und Handelsschiffen verbreiteten sich katalanische Sprache, Kultur und Rechtsnormen im Mittelmeerraum.

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