George Orwell in Barcelona

Der Marxist George Orwell hat im Spanischen Bürgerkrieg (1936 – 1939) auf Seiten der Republik gekämpft. Deswegen ist in Barcelona ein Platz nach ihm benannt. Ein Jahr vor den Olympischen Spielen 1992 wurde der Platz eingeweiht. Vorher war dort gar kein Platz, sondern ein Häuserblock. Im Zuge der Olympischen Erneuerung wurde gerade in der Altstadt viel abgerissen, um der Stadt Struktur zu geben und öffentliche Begegnungsräume zu schaffen. Ziemlich schnell verbreitete sich der Name „tripi“ – wie Tripps, wie LSD. Das hängt mit der Installation zusammen, die auf dem Platz zu sehen ist. „Monument“ von Leandre Cristòfol. Der Künstler durfte zu Francos Zeiten nicht ausstellen, das Original ist heute im Nationalmuseum am Montjuïc zu sehen. An der Plaça George Orwell steht also eine Replika (allerdings 10 x so groß wie das Original). Und was soll das DING bedeuten? Unbewusste sexuelle Fantasien, eine weibliche Brust… da schalten die meisten ab. Gerade moderne Kunst ist nicht jedermanns Sache.

Es gibt eine verbindende Geschichte zwischen Orwell und Cristòfol. Der britische Schriftsteller hat in seinem Hauptwerk („Farm der Tiere“ und „1984“) das Leben in totalitären Regimen beschrieben. Cristòfol wurde während der Franco Diktatur mit Ausstellungsverbot drangsaliert.

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